Im Gespräch mit Ewald Schäfer: Ungenutzte Energie sichtbar machen

Im Gespräch mit Ewald Schäfer: Ungenutzte Energie sichtbar machen

Über mich – Energieberatung Ewald Schäfer
Mein Name ist Ewald Schäfer, und ich bin Ihr regionaler Experte für Energiethemen. Mein Interesse für energetische Fragestellungen kam im Studium zum Wirtschaftsingenieur auf, in dem ich damit begann, mir vertiefte Kenntnisse im Bereich der Energie- und Umweltverfahrenstechnik anzueignen. Dieses Interesse begleitete während meiner beruflichen Laufbahn zunehmend. Seit nunmehr über fünf Jahren bin ich als Energieexperte beratend tätig und versuche meinen Kunden bei ihren Anliegen bestmöglich zu helfen. 

Was hat dich ursprünglich dazu bewegt, im Bereich Energieberatung tätig zu werden – und was treibt dich bis heute an?
Mein Interesse an dem Thema entstand originär in meinem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens mit der Vertiefung in Energie- und Umweltverfahrenstechnik. In der Beratungspraxis habe ich später dann in verschiedenen beruflichen Stationen erlebt, wie groß der Hebel gut geplanter Effizienzmaßnahmen ist. Das motiviert mich bis heute: Technik so zu übersetzen, dass daraus wirtschaftlich tragfähige, alltagstaugliche Entscheidungen entstehen, die aber auch gleichzeitig aktiv zum Klimaschutz beitragen.


Gibt es ein Projekt oder eine Erfahrung, wodurch deine Sicht auf Energieeffizienz besonders geprägt wurde?
Es gibt nicht die eine Erfahrung oder das eine Projekt. Allerdings bin ich der Auffassung, dass man Energieeinsparpotenziale oftmals erst dann erkennt, wenn man versucht sämtliche Energieströme zu verstehen. Daneben gilt als ein Grundsatz: Insbesondere dort, wo viel Energie verloren geht, lässt sich oft schon mit wenigen Maßnahmen oder geringem Aufwand die Energieeffizienz maßgeblich steigern.


Was ist dir besonders wichtig, wenn du Menschen auf dem Weg zu einem energieeffizienten Zuhause begleitest?
Ich lege Wert auf eine kundenspezifische und transparente Potenzialanalyse, einfache Bedienbarkeit und eine sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen (Wirtschaftlichkeit, Förderfähigkeit, Integration ins Gesamtsystem). Ziel ist eine Lösung, die zum Gebäude UND zum Alltag der Bewohner passt.


Immer mehr Hausbesitzer schauen auf ihre Sanierungs-Bilanz. Welchen Stellenwert hat die Wärmerückgewinnung aus Abwasser heute im Vergleich zu Klassikern wie Solarthermie oder Dämmung, wenn es um die staatliche Förderung oder den Energieausweis geht?
Wärmerückgewinnung aus Duschabwasser ist eine ergänzende Effizienzmaßnahme mit klarem Beitrag zur Senkung des Warmwasserbedarfs. Sie ist im Rahmen geltender Regelwerke anrechenbar und kann in Förderstrategien sowie in die energetische Bilanz (z. B. Energieausweis) einfließen – Sie lohnt sich insbesondere dort, wo der Warmwasseranteil am Gesamtbedarf hoch ist.


Wenn du einem Kunden in einem Satz erklären müsstest, was Wärmerückgewinnung beim Duschen bringt – wie würde der Satz lauten?
Sie nutzt die Wärme des abfließenden Duschwassers, um das Frischwasser vorzuwärmen – so braucht es für die gleiche Duschtemperatur spür- und messbar weniger Energie.


Unterscheidet sich die Bewertung von Wärmerückgewinnung im Neubau und in der Sanierung?
Ja. Im Neubau ist die Integration besonders einfach und kosteneffizient (Planungsfreiheit bei Leitungsführung/Gefälle). In der Sanierung ist sie je nach Grundriss und Zugänglichkeit ebenfalls gut möglich – entweder über vertikale Duschrohre oder horizontale Duschrinnen. Allerdings kann es im Einzelfall sein, dass der technische Aufwand einer Installation auch deutlich größer ist als im vergleichbaren Neubau.

Wie bewertest du aus energetischer Sicht Wärmerückgewinnung beim Duschen – ist das eher ein ‚Nice-to-have‘ oder eine wirklich sinnvolle Maßnahme?
Aus energetischer Sicht ist das eine sehr sinnvolle Maßnahme: dauerhaft wirksam, komfortneutral, passiv arbeitend und nahezu wartungsfrei. Gerade in Objekten mit hohem Duschanteil liefert sie damit verlässlich signifikante Einsparungen.

Bei der Energienutzung für Warmwasser handelt es sich vielfach um ein unterschätztes Einsparpotenzial. Aufgrund der hohen Temperaturen des Brauchwassers, die bei der Aufbereitung u. a. auch aus gesundheitlichen Gründen erforderlich sind, ist die erforderliche Gesamtenergiemenge durchaus signifikant. Auch im Fall von Wohngebäuden: Je nach Heizbedarf und Personenanzahl im Haushalt macht die Warmwasserbereitung hier immerhin üblicherweise 10 bis 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs aus.

 

Ab wann lohnt sich Wärmerückgewinnung beim Duschen aus deiner Sicht wirklich – und für welche Haushalte besonders?
Sinnvoll wird es überall dort, wo regelmäßig geduscht wird: Mehrpersonenhaushalte, Familien, WGs, Sportzentren, etc.. Je höher der Warmwasserbedarf, desto schneller amortisiert sich die Investition.

 

Wenn man Wärmerückgewinnung beim Duschen mit klassischen Maßnahmen wie Dämmung oder Wärmepumpe vergleicht – wo siehst du die größten Vorteile?
Im Vergleich zu Dämmung adressiert Dusch‑Wärmerückgewinnung direkt den Warmwasserfluss; im Vergleich zur Wärmepumpe senkt sie den Bedarf VOR der Erzeugung. Das steigert die Gesamteffizienz und kann Erzeugungsanlagen entlasten bzw. helfen, diese kleiner auszulegen. Insbesondere aber ist das Investment in die Wärmerückgewinnung sehr überschaubar und kann zu den niedriginvestiven Energiesparmaßnahmen gezählt werden.

 

Was sind die größten Missverständnisse, die dir beim Thema Wärmerückgewinnung beim Duschen begegnen?
Häufige Missverständnisse: vermeintlicher Komfortverlust (tritt nicht ein), hoher Wartungsaufwand (passive Systeme, sehr geringe Einsparung), nur im Neubau sinnvoll (Einbau ist in vielen Fällen auch im Altbau möglich).

 

Wenn wir duschen, fließt das teuer erwärmte Wasser nach Sekunden direkt in den Abfluss. Wie viel Energie werfen wir da eigentlich 'den Bach runter' – und wie viel davon kann Ihre Technik retten?
Ein erheblicher Teil der eingesetzten Wärmeenergie geht beim Duschen (nahezu) ungenutzt in den Abfluss. Je nach Wärmerückgewinnungs-System lassen sich typischerweise rund 37 bis knapp 70 Prozent dieser Wärme zurückgewinnen – entsprechend sinken Bedarf, Kosten und Emissionen.

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