Energieeffizienz, QNG & Wärmerückgewinnung: Das on. ingenieurbüro im Interview

Energieeffizienz, QNG & Wärmerückgewinnung: Das on. ingenieurbüro im Interview

1. Stellt euch und eure Tätigkeit als on. Ingenieurbüro bitte kurz vor. Was zeichnet das on. Ingenieurbüro aus?

 Sehr gerne! Also, wir vom on. ingenieurbüro sind spezialisierte Experten für alles, was mit Wärmeschutz und nachhaltigem Bauen zu tun hat.

Man kann uns eigentlich als den 'Rundum-Sorglos-Partner' für moderne Bauphysik beschreiben. Unser Hauptsitz ist in Bielefeld, aber wir sind mit weiteren Standorten in Soest, Hamburg und Hannover mittlerweile deutschlandweit in Projekten unterwegs.

Was uns auszeichnet ist vor allem unser breites Portfolio. Wir haben zum Beispiel eine eigene Abteilung nur für das nachhaltige Bauen. Da unterstützen wir unsere Kunden ganz konkret dabei, anspruchsvolle Ziele wie das QNG-Siegel (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) zu erreichen. 

Aber wir planen nicht nur am Schreibtisch. Wir gehen auch direkt ins Gebäude. Wir betreuen den kompletten Wärmeschutz und Schallschutz und bringen die passende Messtechnik direkt mit. Egal ob Blower Door Tests zur Luftdichtheit oder VOC-Messungen für die Wohngesundheit, das machen wir alles selbst.

Der Clou für den Kunden ist: Es kommt eben alles aus einer Hand. Man hat nicht fünf verschiedene Ansprechpartner für Planung, Beratung und Messung, sondern nur ein Büro. Das macht den Weg zum fertigen Gebäude für unsere Kunden extrem unkompliziert und effizient, was natürlich auch die maximale Förderung für den Kunden sichert. Wir bringen das Projekt einfach sicher und ohne Reibungsverluste ans Ziel.

 

2. Was hat euch ursprünglich dazu bewegt, im Bereich der Energieeffizienz von Gebäuden tätig zu werden, und was treibt euch bis heute an?

Das ist eine gute Frage. Tatsächlich fing alles ganz woanders an, nämlich während meines Zivildienstes im Naturschutz. Ich war viel draußen unterwegs und diese Zeit hat mich geprägt. Ich hatte dort den Kopf frei, um mir zu überlegen: 'Was willst du eigentlich später mal bewegen?'

Die Antwort war für mich schnell klar: Ich wollte etwas machen, das wirklich Substanz hat. Deshalb habe ich mich schon im Bachelor ganz gezielt auf das Thema Gebäudeenergieeffizienz gestürzt.

Warum ausgerechnet Gebäude? Man muss sich mal die Zahlen vor Augen führen: Der Gebäudesektor ist in Deutschland für etwa 30 bis 35 % der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich. Das ist ein riesiger Hebel! Wenn wir hier ansetzen, können wir massiv etwas bewegen.

 Und genau das treibt mich bis heute an. Ich will einfach meinen Teil dazu beitragen, dass wir diesen CO2-Ausstoß drastisch reduzieren. Auch wenn unsere Arbeit im Einzelfall nur ein Puzzleteil ist, hoffe ich, dass wir den Klimaschutz so noch rechtzeitig auf die richtige Bahn bringen.

Letztlich mache ich das für die nächste Generation, damit unsere Kinder und Kindeskinder auch noch eine Erde haben, auf der man wirklich gut und gerne leben kann. Das ist der Motor hinter dem on. ingenieurbüro.

 

3. Gab es ein Projekt oder eine Erfahrung, die eure Sicht auf Energieeffizienz besonders geprägt hat?

Ehrlich gesagt: Das prägendste Projekt für mich ist eigentlich immer das nächste, das bei uns auf den Tisch kommt.

Besonders bei Sanierungen ist das Feedback toll, weil man den unmittelbaren Vorher-Nachher-Effekt bei der CO2-Einsparung sieht. Aber – und das ist mir extrem wichtig – genauso gut ist es, wenn wir mit Kunden einen Neubau angehen, die zum ersten Mal ein QNG-Objekt planen.

 Für viele Bauherren ist dieses ganze Thema Nachhaltigkeit im Bau erst mal Neuland. Da schwingt oft Respekt vor den Anforderungen mit. Wenn wir sie dann an die Hand nehmen dürfen und ihnen zeigen: 'Schaut mal, so funktioniert nachhaltiges Bauen in der Praxis', und wir ihnen dieses komplexe Feld näherbringen, das ist ein super Gefühl.

Es macht einfach Spaß zu sehen, wie aus der anfänglichen Unsicherheit Begeisterung für ein wirklich zukunftsfähiges Gebäude wird. Ob wir nun den Bestand retten oder im Neubau Maßstäbe setzen: Jedes Mal, wenn wir nachher unsere Messungen machen und schwarz auf weiß sehen, dass alles passt, ist das die beste Bestätigung für unsere Arbeit. Das treibt uns an.

 

4. Was ist euch besonders wichtig, wenn ihr Hausbesitzer auf dem Weg zu einem energieeffizienten Zuhause begleitet?

Uns ist am wichtigsten, dass sich der Kunde bei uns einfach gut aufgehoben und verstanden fühlt.

Ein Hausbau oder eine Sanierung ist für die meisten Menschen eine riesige Investition und oft auch emotional. Deshalb sage ich immer: 'Bombardiert uns ruhig mit euren Fragen!' Wir wollen kein unnahbares Ingenieurbüro sein, sondern ein Partner, den man jederzeit erreichen kann.

Der Moment, wenn der Kunde am Ende in sein neues oder saniertes Zuhause einzieht. Wenn er merkt, dass die Nebenkosten drastisch gesunken sind und er vielleicht Monate später nochmal anruft und sagt: 'Mensch, das ist so toll geworden, wir fühlen uns pudelwohl und sparen richtig Geld.' 

Und wenn wir dann noch wissen, dass wir für den Kunden die maximale Förderung rausgeholt haben, dann haben wir unseren Job richtig gemacht.

 

5. Immer mehr Eigentümer betrachten die energetische Gesamtbilanz ihrer Immobilie. Welchen Stellenwert hat die Wärmerückgewinnung z.B. aus Abwasser heute im Vergleich zu klassischen Maßnahmen wie Dämmung oder Solarthermie, insbesondere im Hinblick auf staatliche Förderungen?

Das ist ein extrem wichtiger Punkt. Lange Zeit war die Logik beim Bauen simpel: Erstmal alles dick einpacken, also dämmen, und dann vielleicht noch was für die Wärme obendrauf packen wie Solarthermie oder PV-Anlage oder die Wärmpumpe. 

Das bleibt auch weiterhin das Fundament, denn die Energie, die gar nicht erst verloren geht, ist die günstigste.

 Aber: Wir stoßen bei der reinen Dämmung irgendwann an physikalische und wirtschaftliche Grenzen. Deshalb rücken Themen wie die Wärmerückgewinnung, zum Beispiel aus Abwasser, heute massiv in den Fokus. 

Warum ist das so spannend? Denken wir mal ans Duschen: Wir erwärmen Wasser unter hohem Energieaufwand und verschwindet dann, noch dampfend warm, im Abfluss. Das ist energetisch gesehen eigentlich Unsinn. Mit Wärmetauschern im Abwasserbereich können wir einen beachtlichen Teil dieser Energie zurückholen, bevor sie in der Kanalisation landet. 

Kurz gesagt: Die Klassiker bilden die Basis, aber wer heute wirklich zukunftssicher und wirtschaftlich bauen will, kommt an der Rückgewinnung von Energie nicht mehr vorbei. Es ist oft das fehlende Puzzleteil.

 

6. Wenn ihr einem Kunden in einem einzigen Satz erklären müsstet, welchen Nutzen Wärmerückgewinnung beim Duschen bringt, wie würde dieser lauten?

Mit einer Duschwasser-Wärmerückgewinnung nutzt du die Energie des Warmwassers einfach doppelt, indem mit der Wärme des Abflusses das frische Wasser direkt wieder vorgewärmt wird, das spart bis zu 50 % der Energie beim Duschen, ohne dass du es beim Komfort merkst.

 

7. Ab wann lohnt sich Wärmerückgewinnung beim Duschen aus eurer Sicht wirtschaftlich? Und in welchen Gebäudetypen und Nutzungsszenarien macht Wärmerückgewinnung beim Duschen aus eurer Sicht den größten energetischen und wirtschaftlichen Sinn?

Das ist eine der spannendsten Fragen überhaupt, weil viele denken, solche Technik sei nur eine Spielerei. Aber wenn man sich die Zahlen anschaut, sieht die Realität ganz anders aus.

Die Antwort wird viele überraschen: Ein Duschrohr mit integriertem Wärmetauscher amortisiert sich oft schon nach 3 bis 5 Jahren. 

Bei einer Duschrinne liegt man meist unter 8 Jahren. Wenn man bedenkt, dass ein Badezimmer 20 bis 30 Jahre genutzt wird, ist das eine der rentabelsten Investitionen am ganzen Bau. Man spart pro Person im Haushalt locker bis zu 200 Euro im Jahr an Energiekosten und das bei den aktuellen Preisen.

 

8. Wenn man Wärmerückgewinnung beim Duschen mit klassischen Maßnahmen wie Dämmung oder Wärmepumpe vergleicht, wo seht ihr die größten Vorteile?

Man muss es so sehen: Dämmung und Wärmepumpe sind die Schwergewichte am Bau, sie sind unverzichtbar, aber eben auch teuer und aufwendig. Eine Fassadendämmung oder eine neue Wärmepumpe kostet schnell mal 30.000 bis 50.000 Euro. 

Eine Duschwasser-Wärmerückgewinnung liegt im Bereich von ca. 1.000 bis 2.500 Euro. Aber: Sie reduziert den Energiebedarf für das Warmwasser um bis zu 50 %. Das Verhältnis von eingesetztem Euro zu gespartem CO2 ist hier oft unschlagbar.

 Die Wärmerückgewinnung beim Duschen ist der Effizienz-Quick-Win. Man bekommt also für vergleichsweise wenig Geld einen messbaren Effekt hat, den man sofort bei der nächsten Abrechnung sieht.

 

9. Was braucht es aus eurer Sicht, damit Wärmerückgewinnung beim Duschen bei großen Projekten wie Wohnkomplexen, Seniorenwohnheimen oder Hotels stärker zum Standard wird?

Damit die Wärmerückgewinnung beim Duschen in großen Wohnkomplexen, Seniorenheimen oder Hotels wirklich zum Standard wird, müssen wir vor allem die Planungskultur verändern.

Oft wird die Haustechnik erst dann im Detail geplant, wenn der Rohbau schon fast steht. Aber für eine wirklich effiziente Wärmerückgewinnung aus dem Duschwasser müssen wir ganz am Anfang ansetzen. Wenn wir die Leitungsführung im Gebäude von vornherein so planen, dass wir die Wärme dort abgreifen, wo sie entsteht, ist der Effekt gigantisch.

 Warum das gerade bei Großprojekten so wichtig ist?

Stellt dir ein Hotel oder ein Pflegeheim vor: Dort wird morgens fast zeitgleich in hunderten Zimmern geduscht. Das erzeugt eine enorme Lastspitze für die Heizung. Wenn wir hier die Wärme aus dem Abfluss zurückholen und das Frischwasser damit vorwärmen, können wir die zentrale Heizungsanlage im Keller oft eine Nummer kleiner dimensionieren.

Das ist der entscheidende Punkt für Investoren: Ich gebe zwar Geld für die Rückgewinnung in den Etagen aus, spare aber massiv bei den Investitionskosten im Heizungskeller und natürlich dauerhaft bei den Betriebskosten.

Es ist aus meiner Sicht eigentlich ein energetischer Fehler, dass wir literweise warmes Wasser ungenutzt in die Kanalisation schicken, während wir im Keller mühsam und teuer neue Energie erzeugen. Wenn man drüber nachdenkt, völlig unverständlich.

 

10. Welche Rolle spielen Energieberater dabei, Wärmerückgewinnung aus Abwasser frühzeitig in die Planung einzubringen und gegenüber Bauherren oder Investoren zu argumentieren?

Wir sind die 'Dolmetscher' zwischen der theoretischen Bauphysik und der harten wirtschaftlichen Realität eines Investors.

Warum unsere Rolle gerade jetzt so entscheidend ist, hat einen ganz praktischen Grund: Die Software-Hersteller haben endlich reagiert.

Lange Zeit war es für uns Planer extrem mühsam, die Wärmerückgewinnung aus Abwasser in den Berechnungen abzubilden. Man musste oft mit komplizierten Umwegen arbeiten.  

Aber das hat sich komplett geändert. Die gängigen Programme für die Energieberatung haben die Abwärmenutzung heute nativ und rechtssicher integriert.

Was bedeutet das für den Kunden?

  • Wir können per Mausklick exakt berechnen, wie viel Primärenergie ein Gebäude durch ein Duschrohr oder eine Duschrinne einspart.
  • Wir sehen sofort schwarz auf weiß, wie diese kleine Maßnahme die KfW-Förderstufe verbessert oder den Weg zur einer bestandenen Ökobilanz des Gebäudes ebnet

  • Es gibt keine Unsicherheiten mehr bei der Nachweisführung.

 

Was uns aber in der täglichen Praxis am meisten auffällt: Es fehlt vor allem an Aufklärung, denn viele Bauherren und Planer kennen diese Technik schlichtweg noch nicht und genau da setzen wir als on. Ingenieurbüro an, um diese Wissenslücke an unseren Standorten in Bielefeld, Soest, Hamburg und Hannover zu schließen. Wir probieren es auf jeden Fall 😊

 

11. Wenn man ein typisches Beispielprojekt betrachtet, etwa ein Mehrfamilienhaus oder ein Hotelbetrieb: Wie stark wirkt sich Wärmerückgewinnung beim Duschen realistisch auf den Energiebedarf für Warmwasser aus? 

Realistisch gesehen reduziert die Wärmerückgewinnung beim Duschen den Energiebedarf für das Warmwasser um 30 % bis 50 %.

Warum das in der Praxis so stark einschlägt:

  • Der "Dusch-Faktor": In einem Hotel oder einem Wohnkomplex ist das Duschen der größte Warmwasser-Verbraucher. Während die Verluste beim Händewaschen oder Spülen geringer sind, fließt beim Duschen minutenlang warmes Wasser direkt in den Abfluss.

  • Die Vorwärmung: Wir nutzen die Restwärme des Abwassers, um das kalte Frischwasser von etwa 10 °C auf ca. 25 °C bis 27 °C vorzuwärmen. Das bedeutet, die Heizung muss das Wasser nur noch um die restlichen 10 bis 15 Grad erhitzen, statt um die vollen 30 Grad.

In einem Hotel mit beispielsweise 50 Zimmern sprechen wir hier nicht nur über ein paar Euro, sondern über eine deutliche Senkung der Heizlast.

 

12. Gibt es aus eurer Praxis konkrete Problemstellungen im Bereich Warmwasser oder Energiebilanz, die durch Wärmerückgewinnung beim Duschen deutlich entschärft werden können?

Wenn wir ein Mehrfamilienhaus sanieren und auf eine Wärmepumpe umstellen, ist das Warmwasser oft das Nadelöhr. Die Wärmepumpe muss das Wasser auf hohe Temperaturen bringen, was bei kalten Außentemperaturen viel Strom frisst.

 Die Lösung: Durch die Dusch-Wärmerückgewinnung senken wir die benötigte Energie für das Warmwasser. Das kann die Wärmepumpe entlasten. Sie muss weniger arbeiten, hält länger.

 Oder im Bereich der Effizienzhausplanung: Oft fehlen einem Projekt nur noch ein paar Prozentpunkte Primärenergieeinsparung, um die nächste Förderstufe (z.B. von Effizienzhaus 55 auf 40) zu erreichen. Bevor man nun die Fassadendämmung nochmals um 5 cm dicker macht, was teuer und technisch schwierig ist, planen wir die Abwasser-Wärmerückgewinnung ein. Da die Software-Hersteller das Thema jetzt nativ integriert haben, können wir sofort nachweisen, dass diese kleine Maßnahme das Gebäude über die Förderschwelle hebt.

 

14. Welchen Rat würdet ihr Bauherren, Investoren oder Projektentwicklern geben, die sich erstmals mit dem Thema Wärmerückgewinnung beim Duschen beschäftigen?

Wenn ich Bauherren oder Privatpersonen einen ganz praktischen Rat geben darf, dann ist es dieser: Werdet selbst aktiv! 

Egal, ob ihr gerade einen Neubau plant oder 'nur' eine einfache Badsanierung im Bestand ansteht, wartet nicht darauf, dass euch jemand das Thema vorschlägt. 

Fragt eure Sanitärfachleute oder euren Installateur ganz gezielt danach: 'Wie sieht es aus mit Wärmerückgewinnung für die Dusche?'

Und denkt dran: Auch wenn es aktuell vielleicht keine direkte Förderung als Einzelmaßnahme gibt, es lohnt sich trotzdem! Die Energiepreise werden nicht sinken, und jede Dusche, die ihr mit vorgewärmtem Wasser nehmt, zahlt sich sofort aus.

Es scheitert heute oft noch an der Aufklärung, weil viele Handwerker das Thema gar nicht auf dem Schirm haben. Seid also ruhig die 'nervigen' Kunden und hakt nach. Oder kommt direkt zu uns ins on. ingenieurbüro. Wir unterstützen euch in Bielefeld, Soest, Hamburg und Hannover dabei, die richtigen Fragen zu stellen und die Technik so zu planen, dass sie perfekt funktioniert.  

Es ist euer Geld, das sonst im Abfluss landet!

 

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